Monday, December 05, 2016

Knecht Ruprecht (Theodor Storm)


Von drauß’ vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor,
Und wie ich so strolcht’ durch den finstern Tann,
Da rief’s mich mit heller Stimme an:
„Knecht Ruprecht“, rief es, „alter Gesell,
„Hebe die Beine und spute dich schnell!
„Die Kerzen fangen zu brennen an,
„Das Himmelstor ist aufgetan,
„Alt’ und Junge sollen nun
„Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
„Und morgen flieg’ ich hinab zur Erden,
„Denn es soll wieder Weihnachten werden!“
Ich sprach: „O lieber Herre Christ,
„Meine Reise fast zu Ende ist;
„Ich soll nur noch in diese Stadt,
„Wo’s eitel gute Kinder hat.“
– „Hast denn das Säcklein auch bei dir?“
Ich sprach: „Das Säcklein das ist hier:
„Denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
„Fressen fromme Kinder gern.“
- „Hast denn die Rute auch bei dir?“
Ich sprach: „Die Rute, die ist hier:
„Doch für die Kinder nur, die schlechten,
„Die trifft sie auf den Teil den rechten.“
Christkindlein sprach: „So ist es recht;
„So geh mit Gott, mein treuer Knecht!“
Von drauß’ vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich’s hierinnen find’!
Sind’s gute Kind’, sind’s böse Kind’?

Und hier eine ganz andere Fassung von Knecht Ruprecht:



Quelle des Bildes ganz oben: Wikimedia Commons
Das Gedicht oben gibt es auch auf Wikisource (hätte mir das Abtippen sparen können ... na ja, nächstes Mal)

Zitat: über Fremde und Freunde

Angst macht Fremde aus Menschen, die Freunde sein sollten. (Shirley MacLaine)

Wednesday, July 06, 2016

Pasta e lenticchie ... Nudeln und Linsen

Leider habe ich hier keine Fotos von der Zubereitung, aber ich denke, es geht auch so.

Zutaten:
Linsen
Knoblauch
Petersilie
Olivenöl
Etwas Tomatenkonzentrat oder eine Tomate
Salz
Pfeffer
Gemüsebrühe (habe ich selbst gemacht)

Genaue Mengenangaben habe ich leider nicht - ich koche meist "nach Gefühl".

Für 4 Personen nehme ich ca. 250 g Linsen - genau kann ich es nicht sagen, ich schütte nämlich einfach aus dem Glas in "meinen Topf" und sehe dann die Menge :-D

Erst mal die Linsen waschen und dann mit gut einem Liter Wasser anstellen. Knoblauchzehe mit hinzugeben (man kann ihn auch ganz hinzufügen und nach dem Kochen wieder herausnehmen). Tomate(nkonzentrat) hinzugeben. Ich schätze mal einen gehäuften Esslöffel voll. Die Linsen weich kochen lassen, dann Salz, Pfeffer, Petersilie hinzugeben. Danach die Nudeln, ca. 100 g pro Person dazu geben (auch klein gebrochene Spaghetti oder ähnliches sind ok).  Nach und nach noch heißes Wasser hinzugeben, denn der anfängliche Liter reicht bestimmt nicht. Nochmal mit Pfeffer, Salz und Gemüsebrühe abschmecken. Wenn die Nudeln fertig sind noch Olivenöl hinzugeben und durchrühren.

So ... und nun zur Variation: man nimmt etwas weniger Linsen und füllt auf mit klein geschnittenem Baumspinat, Giersch oder anderen vorhandenem Grünzeugs aus Wald und Wiese bzw. Garten.

Guten Appetit :-)

Friday, July 01, 2016

Vom Schaf zur Wolle zu ... irgendwas

Erst mal möchte ich Euch meine Lieblingsschäfchen vorstellen, wobei: alle Schafe sind toll.
Das sind also Coburger Füchse:




Ich verarbeite unterschiedliche Wolle, je nachdem, was ich tauschen kann oder für mich preislich möglich ist. Nun denn ... eines Tages kommt die Wolle an, die dann erst mal aussortiert werden muss. Das heißt, ich hole den Teil aus dem Vlies, der fürs Verspinnen geeignet ist. Der Rest kommt meinen Pflanzen zugute.


Hier unterscheiden sich nun schon einmal die Wege der Spinner: manche verspinnen die Wolle so, wie sie vom Schaf kommt. Ich ziehe es allerdings vor, sie erst zu waschen. Ich verwende dazu Kernseifeflocken, die ich zunächst in heißem Wasser auflöse und dann in die Wanne gieße, dann kommt noch weiter Wasser hinzu, bis ich handwarmes Seifenwasser habe. Die Wolle kommt ins Wasser und ich lasse sie gut einweichen. Vorsicht: die Wolle nicht zu stark bewegen, sonst verfilzt sie. Je nachdem, wie schmutzig die Wolle ist, wiederhole ich das Seifenbad (meist zwei oder drei Mal). Danach wird die Wolle in handwarmen Wasser ausgespült. Auch dies meist zwei oder drei Mal. Wenn Ihr sehr hartes Wasser habt, solltet Ihr es einmal mit Regenwasser probieren. Es ist schon ein Unterschied.


Nun gehts weiter mit dem Trocknen. Ich breite die Wolle bei sehr schönem Wetter auf einem Bettlaken auf der Wiese aus oder, wenn es nicht ganz so toll ist und es könnte regnen auf einem Wäscheständer.


Ist die Wolle einmal trocken, sind zwei weitere Schritte möglich: entweder man kardiert oder kämmt die Wolle. Ich ziehe das Kämmen vor. Leider habe ich im Moment keine Bilder vom Kämmen. Es gibt extra Wollkämme, aber am Anfang kann man zum Ausprobieren auch erst einmal zwei ganz normale Haarkämme mit breit stehenden Zinken verwenden, Dabei wird die zu kämmende Wolle auf einen Kamm aufgespießt und dann mit dem zweiten Kamm quer dazu "ausgekämmt". 
Hier ein Video von YouTube zum Wolle kämmen:



Wenn man mit kleinen Kämmen arbeitet sehen die Kammzüge dann so aus:


Dann geht es ans Verspinnen - mit dem Spinnrad oder der Handspindel. Erst mal zur Handspindel: da gibt es viele verschiedene Spindelarten. Mein Favorit ist die Kreuzspindel, denn sie hat einen Vorteil: man hat gleich ein Wollknäuel und man kann dieses entstandene Knäuel gleich mit sich selbst verzwirnen (Innenfaden mit Außenfaden entgegen der Spinnrichtung verzwirnen) und hat so gleich ein verzwirntes Wollknäuel, ohne dann man die Wolle umwickeln muss.


Hier verzwirnt:


Und dann wurden Handschuhe daraus gestrickt:



Wert der Handschuhe ... unbezahlbar, wenn man die vielen Stunden rechnet.

Mit dem Spinnrad sieht die Arbeitsfolge etwas anders aus:

Spinnen


Verzwirnen (habe leider kein Foto davon), dann
Haspeln (verwende hierzu einen Hocker, denn Platz für eine Haspel habe ich nicht)



Damit hat man einen Strang, der dann zum Stricken, Häkeln, Nadelbinden usw. auf ein Knäuel gewickelt werden muss.


Wie man schon oben sieht: es gibt auch farbige Wolle und die muss natürlich gefärbt werden. Das geht z.B. mit Pflanzen. Demnächst wird es auch hierzu einen kurzen Text geben.



Saturday, April 16, 2016

Löwenzahn ... zu Kartoffeln und aufs Brot

Löwenzahn darf bei mir im Beet wachsen, denn er dient als Gemüse. Immer wenn er "zuviel" wird, wird er geerntet und natürlich bleibt ein Wurzelstück drin und das wächst dann wieder zu einer vollen Pflanze aus. Letzten Sonntag war es dann so weit: Löwenzahnernte ...



Ich trenne die Wurzeln und Blätter. Die Erde bleibt an den Wurzeln und wird später abgebürstet. Man kann dann Tee daraus bereiten. Es heißt: Löwenzahn unterstützt die Verdauung und kann auch bei Diabetes helfen. Neuerdings wird der gemahlenen Wurzel zugeschrieben, dass sie sogar bei Krebs helfen soll. Bitte informiert Euch hierzu selbst noch besser - eine Googlesuche bringt viele Resultate.




Noch etwas ist zu beachten: die Wurzel sollte vor der Blüte geerntet werden.

Ein interessanter Link führt zum Zentrum für Gesundheit.

Aus den Blättern wird Gemüse bereitet - Zutaten:
Löwenzahnblätter
Knoblauch
Öl (ich bevorzuge Olivenöl)
frische Tomaten oder geschälte Tomaten aus der Dose
Salz, Chilli

Die Blätter lasse ich erst eine Weile in kaltem Wasser liegen, damit die Bitterstoffe rausgehen. Danach werden sie Blanchiert, also ganz kurz gekocht.



Den Knoblauch (gepresst, geschnitten oder ganz - Hauptsache der Geschmack ist drin) im Öl anbraten. Dann kommen die blanchierten Löwenzahnblätter hinzu und werden angedünstet. Zuletzt gibt man dann die Tomaten hinzu. Hier geschnittene geschälte Tomaten aus der Dose.


Eine Weile köcheln lassen und wenn die Tomaten gekocht sind (werden eher orange als rot) noch mit Salz und Chilli abschmecken.



Ich esse dieses Gericht am liebsten als "Soße" zu Salzkartoffeln oder auf Weißbrot.

Viel Spass beim Nachkochen :-)

Sunday, April 03, 2016

Brot im Topf aus Sauerteig

Ich setze meien Sauerteig selbst an und füttere ihn dann regelmäßig. Eine kleine Tasse Mehl und dieselbe Menge Wasser miteinander vermischen. Am nächsten Tag dann wieder dieselbe Menge Mehl und Wasser hinzugeben. Am dritten Tag zwei kleine Tassen Mehl und zwei kleine Tassen Waser hinzugeben und gut verrühren. So fortfahren, bis man ca. 1,3 Liter hat. In der Zwischenzeit sollte der Teig auch sauer geworde sein. Man erkennt die Gärung an den Bläschen.

1 l Sauerteig in eine Schüssel geben und den Rest in ein kleines Glas in den Kühlschrank stellen. Dann ca. 750 g Mehl bereitstellen. Ich nehme in der Regel selbst gemahlenes Vollkornmehl: Dinkel, Roggen oder Weizen. Ev. Gewürze, Leinsamen oder ähnliches. 1 El Salz mit dem Mehl vermischen. Dann das Mehl mit dem Salz in den Sauerteig rühren und am Schluss gut durchkneten. Ev. braucht man etas zusätzliches Mehl hierzu.

Den Topf einfetten und mit Semmelbröseln auskleiden. Den Teig hineingeben und gehen lassen. Früher habe ich ihn immer nur drei Stunden gehen lassen. Diesmal aus Zeitmangel über Nacht ... es wird in Zukunft bei "über Nacht" bleiben.

Erst auf 250 Grad C ca. 15 Minuten backen, dann ca, 90 Minuten bei 180-200 Grad. Ich stelle immer noch eine Schüssel mit Wasser in den Ofen und noch was: keine Umluft verwenden, dann wird die Kruste schöner und nicht soooooo hart.





Thursday, March 31, 2016

Brotsuppe ... da kommt das alte Brot weg

Zutaten:
1 Zwiebel
Suppengrün
1,7 l Wasser
ca. 150-200 g Brotreste
Pfeffer, Salz
Öl / Fett
etwas Sauerrahm oder ein Ei

Die Zwiebel klein schneiden


Das Suppengrün klein schneiden.


Das Brot in Würfel schneiden.



Die Zwiebeln in Fett oder Öl andünsten (bis sie glasig sind).


Das Gemüse hinzugeben und einige Minuten mitdünsten.


Nun auch das Brot hinzugeben und kurz mit anrösten lassen.



Wasser hinzugeben und kochen, bis die Karotten gut durch sind. In derselben Zeit löst sich auch das Brot praktisch auf.


Mit etwas Sauerrahm oder einem Ei abrühren.

Guten Appetit!










Friday, March 04, 2016

Spaghetti primavera abgewandelt ...

Nudeln
Tomaten
Vogelmiere
Olivenöl
Basilikum
Salz

Normalerweise ist die Soße kalt, also nur als Salat angemacht, aber dazu ist es noch zu kalt ... Also: man ändert einfach, denn auch die Vogelmiere gehört eigentlich gar nicht hinein, nur: ich habe im Moment recht viel davon im Garten.

Die Vogelmiere klein schneiden.


Die Tomaten klein schneiden.


Gut Olivenöl in der Pfanne erhitzen und die Tomaten mit Vogelmiere ganz kurz darin erwärmen. (nicht frittieren)


Am Schluss noch Basilikum dazu und über die gekochten Spaghetti.


Und was genaue Mengenangaben betrifft: da kann ich nur "a weng" sagen, denn ich wiege fast nie etwas ab :-D