Sunday, August 25, 2013

Auf dem Haus steht geschrieben:
1632 Wallenstein Verbrannt mich
1633 neu erstand ich
1914 Fridolin Hoffman erneuerte mich
Vaterland Gott beschütze mich

Ob es überhaupt möglich war, das Haus innerhalb nur eines Jahres wieder aufzubauen ist sehr zweifelhaft, aber die Legende erzählt es eben so.
Ein Zusatz in der Stadtchronik besagt, dass bei dem Brand im Jahr 1632 außer der Kirche und der Ratsdienerwohnung über dem Elsaer Tor kein einziges Haus stehen geblieben war. Dies wird durch andere Berichte bestätigt. Außerdem wurden viele Rodacher an jenem Schicksalstag getötet und die Vorräte wurden geplündert. Viele mussten sich, um sich zu schützen, in die Wälder zurückziehen. Warum Wallenstein mit seinen Truppe Bad Rodach dem Erdboden gleich machte, das wird demnächst in einem anderen Blog erzählt.

Friday, August 16, 2013

Dar Gensbroten

Dar dürrscht Balwierarschdoktar
Zu Coborg in dar Stadt,
Dar hot zwa Unga immar
In Lähr und Kost gahot.
Die hatten zu artrogen
Es ganza Jahr viel Not.
Mähr Knuff hot's gam und Laschen
Wie fläsch und Bissen Brot.
Es hot dar dürra Doktar
Kan annern wos gagünnt.
Zumol wenn's gab Gensbroten
Do war ar su g'sinnt.
Und als am Sunntog wiedar
Es Assen stadn bareit,
Macht sich dar Doktar drübar
Und will di Gans zarschneid.
Dar Doktar sticht und fabelt
In dan Gensbroten nei.
"Ganz har is noch es Ludar,"
Ruft ar entsetzt dobei.
"Gött's Zeug, su fest wie Lader
"Verdaat dar Mogen schwär,
"Hör, Frah, die Gans muß morgen
"Nochmol gabroten wär."
Su schimpf dar dürra Doktar,
Ma hört's im ganzen Haus,
Und tregt dan Broten salber
Gleich in die Kuchen naus.
Und Lährbum, Frah und Kinnar
Mit org atrübtem Blick,
Die soßen da und mußten
Die Klöß halt su vadrück.
 Mittags rückt aus dar Doktar
Mit Kinnar und mit Frah.
Die Lährbum obar mußten
Es G'schäft daham vasah.
"Du, Auchust,! mahr dar aha
Beim fünften Glockenschlog
"Ich krieg ahn fazzen Hunger,
"Und des helt aus war mog!
"DanSchwittenhund, dan Mastar,
"Dan spiel'n mar jetzt an Sträch.
"Tut uns die Gans forttragen
"Und segt, sie wär ned wäch!
"Ich steig' dorchs Kuchenfanstar,
"Des Gensla führ' ich aus!"
Ball war ar in dar Küchen
Und brengt dan Broten raus.
Nu ging's a gleich ans Assen
Und net lang hot's gawährt,
Do war bis auf die Knochen
Des Gensla aufgazährt.
Des Mastarsch schwarzen Kater
Hot ma im Hof entdeckt.
Und schwuppdich in die Düchen
Dorchs Fanstar neigasteckt.
Vom Gensla ölla Knöchla
Zum Kater hiegabracht
Und dann es Küchenfanstar
Von außen zugamacht. -
Um Siema mit Familja,
Mit Hugar wie noch nie,
Do künnt zurück dar Doktar
Von seindar Landpartie.
Es hot dar dürra Doktar
Scho seit Mittag gafast't,
Ar rennt gleich noch dar Küchen
Und schließt sa auf mit Hast.
Kaum war ar eigatreten
Harrgott, wos müßt ar sah:
Die Katz hock mitten drinna
Zaust Knächla und zaust Bah.
"Du elends Katzenludar
"Wie kümmst denn du do rei?"
Ar nimmt ahn Küchenbasen,
Schwart' auf dan Kater nei.
"Mein Broten wagzufrassen -
"Is des für dich a Fraß?
"Die Gens, die aß' ich selbar:
"Fang dir doch Müus, du Aas!"
Autor: Georg Eckerlein, aka Schursch - Text in der Public Domain

Wednesday, August 14, 2013

Die Lauterburg

Heute ist sie ein beliebter Ort, um die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, zum Beispiel während des jährlichen Mittelalterfests, und während verschiedener Feste über das ganze Jahr verteilt. Nur noch ein Raum besteht und ein Teil der Mauern ist vorhanden, aber vielleicht ist es gerade dieses „Fehlen“ von sichtbaren geschichtlichen Merkmalen, was die Fantasie der Menschen anregt …
Harry Ehrlicher erzählt in seinem Buch über die Lauterburg, dass die Grafen von Wolfeswac (daher übrigens auch die Namen von Oberwohlsbach und Unterwohlsbach) um das Jahr 1000 eine Platz suchten, um eine Burg zum Schutz ihres Besitzes zu bauen. Weit und breit war kein besserer Platz zu entdecken und so fiel ihre Entscheidung: die Lauterburg wurde auf dem Berg über dem heutigen Oberwohlsbach gebaut.

Monday, August 12, 2013

Was machen die Bohnen unter den Rebstöcken?

Wir sind wieder einmal bei Monte di Grazia in Tramonti, in den Bergen der Amalfiküste zu Gast - und auch diesmal schreibe ich nicht direkt über den Wein, sondern um das, was um ihn herum wächst ... unter den Rebstöcken wachsen Bohnen und ganz links auf dem Bild sieht man inetwa wo die Terasse zu Ende ist, dort wachsen Zucchini.
Also: was machen die Bohnen unter den Rebstöcken? Die Rebstöcke haben ja eine besondere "Form", ihr Laub bildet eine Art Dach und das heißt eigentlich "a tendone". Unter diesem Dach wachsen die Bohnen geschützt vor der starken Sonneneinstrahlung und trocknen so nicht aus. Sie haben genug Feuchtigkeit und Nahrung, um eine reiche Ernte zu bescheren und gleichzeitig geben Sie Stickstoff an die Erde zurück, Stickstoff, den die Rebstöcke wiederum benötigen um gut wachsen zu können und den einzigartigen Wein zu erzeugen, den wir von Monte di Grazia kennen. Ganz gleich ob weiß, rosato oder rot ... er hat es in sich - das Terrorir, das Territorium, in dem er wächst - ganz und gar ... man hat es dann im Glas ... und man schmeckt es wirklich Smile
Also auch bei Rebstöcken und Bohnen gilt: Teamwork in bestimmten Bereichen bringt die besten Resultate und das seit Jahrhunderten ...