Friday, July 01, 2016

Vom Schaf zur Wolle zu ... irgendwas

Erst mal möchte ich Euch meine Lieblingsschäfchen vorstellen, wobei: alle Schafe sind toll.
Das sind also Coburger Füchse:




Ich verarbeite unterschiedliche Wolle, je nachdem, was ich tauschen kann oder für mich preislich möglich ist. Nun denn ... eines Tages kommt die Wolle an, die dann erst mal aussortiert werden muss. Das heißt, ich hole den Teil aus dem Vlies, der fürs Verspinnen geeignet ist. Der Rest kommt meinen Pflanzen zugute.


Hier unterscheiden sich nun schon einmal die Wege der Spinner: manche verspinnen die Wolle so, wie sie vom Schaf kommt. Ich ziehe es allerdings vor, sie erst zu waschen. Ich verwende dazu Kernseifeflocken, die ich zunächst in heißem Wasser auflöse und dann in die Wanne gieße, dann kommt noch weiter Wasser hinzu, bis ich handwarmes Seifenwasser habe. Die Wolle kommt ins Wasser und ich lasse sie gut einweichen. Vorsicht: die Wolle nicht zu stark bewegen, sonst verfilzt sie. Je nachdem, wie schmutzig die Wolle ist, wiederhole ich das Seifenbad (meist zwei oder drei Mal). Danach wird die Wolle in handwarmen Wasser ausgespült. Auch dies meist zwei oder drei Mal. Wenn Ihr sehr hartes Wasser habt, solltet Ihr es einmal mit Regenwasser probieren. Es ist schon ein Unterschied.


Nun gehts weiter mit dem Trocknen. Ich breite die Wolle bei sehr schönem Wetter auf einem Bettlaken auf der Wiese aus oder, wenn es nicht ganz so toll ist und es könnte regnen auf einem Wäscheständer.


Ist die Wolle einmal trocken, sind zwei weitere Schritte möglich: entweder man kardiert oder kämmt die Wolle. Ich ziehe das Kämmen vor. Leider habe ich im Moment keine Bilder vom Kämmen. Es gibt extra Wollkämme, aber am Anfang kann man zum Ausprobieren auch erst einmal zwei ganz normale Haarkämme mit breit stehenden Zinken verwenden, Dabei wird die zu kämmende Wolle auf einen Kamm aufgespießt und dann mit dem zweiten Kamm quer dazu "ausgekämmt". 
Hier ein Video von YouTube zum Wolle kämmen:



Wenn man mit kleinen Kämmen arbeitet sehen die Kammzüge dann so aus:


Dann geht es ans Verspinnen - mit dem Spinnrad oder der Handspindel. Erst mal zur Handspindel: da gibt es viele verschiedene Spindelarten. Mein Favorit ist die Kreuzspindel, denn sie hat einen Vorteil: man hat gleich ein Wollknäuel und man kann dieses entstandene Knäuel gleich mit sich selbst verzwirnen (Innenfaden mit Außenfaden entgegen der Spinnrichtung verzwirnen) und hat so gleich ein verzwirntes Wollknäuel, ohne dann man die Wolle umwickeln muss.


Hier verzwirnt:


Und dann wurden Handschuhe daraus gestrickt:



Wert der Handschuhe ... unbezahlbar, wenn man die vielen Stunden rechnet.

Mit dem Spinnrad sieht die Arbeitsfolge etwas anders aus:

Spinnen


Verzwirnen (habe leider kein Foto davon), dann
Haspeln (verwende hierzu einen Hocker, denn Platz für eine Haspel habe ich nicht)



Damit hat man einen Strang, der dann zum Stricken, Häkeln, Nadelbinden usw. auf ein Knäuel gewickelt werden muss.


Wie man schon oben sieht: es gibt auch farbige Wolle und die muss natürlich gefärbt werden. Das geht z.B. mit Pflanzen. Demnächst wird es auch hierzu einen kurzen Text geben.



Post a Comment